Vereinschronik 2025

24. Januar 2025

Fasnetfilmabend im Irionhaus

Eine gelungene Veranstaltung von Narrenzunft Mühlheim e.V. und Heimatverein Mühlheim e.V. war der Fasnetfilmabend am 24. 01. 25 im Irionhaus. 43 Sitzplätze auf den Stühlen, einige saßen auf den Tischen hinten und 2 bis 3 Stehplätze.
Die beiden Fasnetfilme die wir von Dieter Müller geschenkt bekommen haben, waren aus den Jahren 1980 / 1981. Ein Film dauerte ca. 25 Minuten. Aus dieser Zeit hat sich ein mancher Besucher in den gezeigten Videos wieder erkannt. Die Narrenzunft hatte dann ein Schmankerl von 1954 zu zeigen. Man erkannte zwar nur noch wenige Personen die im Film vorkamen, dafür war es umso erstaunlicher zu sehen was für eine Vielfalt und für Ideenreichtum die Menschen zur Fasnetszeit damals hatten. Mit tollsten technischen Gerätschaften, selbstgenähten Kostümen und Pappmache- Larven war alles dabei. Natürlich auch schon einige Narren, Kea-Weiber und natürlich „de Lang Ma“ und ein „Lindwurm“.
Untermalt wurde dies durch verschiedene Narrenmärsche, die Armin Buschle im Hintergrund zu den Filmen abspielte. Ihm war es auch zu verdanken das wir die Filme zeigen konnten, er kümmerte sich im Vorfeld um die Digitalisierung und die komplette Technikvorbereitung sowie die Ausstrahlung an diesem Abend.
Beim letzten Film aus dem Privatarchiv von Ludwig Henzler ebenfalls aus den 1980er Jahren, sahen wir das Wirtshaustreiben und Maschgere in der Krone. Vor allem die Bänklesänger waren hier ausgezeichnet zu sehen und zu hören, welche früher immer die Fasnet bereicherten.
Fazit des Abends: viele interessierte Gäste, tolle Einblicke auf die Fasnet früher, gut gelaunte Gäste und eine tolle Bewirtung durch die Narrenzunft machte dieses Event zu einem tollen Fasnetsauftakt.

5. Februar 2025

Fasnetfilmabend im Turnerheim

Der Fasnetfilmabend am 24. Januar im Irionhaus war ein voller Erfolg, sodass der Wunsch aufkam ihn zu wiederholen. Wegen der vielen Vorbereitungen der Narrenzunft so kurz vor der Fasnet 2025, lud der Heimatverein zu einem zweiten Filmabend am Mittwoch den 5. Februar ins Turnerheim ein. Dazu kamen so ca. 40 Personen.

5. Februar 2025

Übergabe von restaurierten Erzengel

Gleichzeitig am 5. Februar um 17.00 Uhr konnten im Rahmen einer Feierstunde drei Skulpturen der Erzengel Michael, Gabriel und Raphael in Absprache mit der kath. Kirchengemeinde dem Museum übergeben werden.
Zur Eröffnung begrüßte Ursula die überschaubare Zahl der geladenen Gäste. Einen besonderen Gruß und Dank ging an den ehemaligen Mühlheimer Helmut Henninger, der 6.000 € dazu gestiftet hat, um die stark angeschlagenen Skulpturen restaurieren zu können. Helmut Henninger, der heute in Mötzingen lebt, kannte die Engelsfiguren noch sehr gut aus seiner Ministrantenzeit Anfang der 50-er Jahre.
Stadtarchivar Ludwig Henzler führte die Anwesenden im Rahmen eines fundiert recherchierten Vortrags durch das facettenreiche Leben und Wirken von Tobias Weiss (1840 – 1929), der die Engelskulpturen um 1886 im Rahmen einer Kirchenraum- Renovierung und –Umgestaltung im damaligen Zeitgeist fertigte. Diese Figuren hatten dann mehr als 70 Jahre ihren festen Platz in unserer Pfarrkirche. Michael stand auf dem Schalldeckel der Kanzel, Gabriel und Raphael über dem Hochaltar. Für die drei aus Holz geschnitzten Engel, erhielt Weiss zur damaligen Zeit 900 Goldmark.
Tobias Weiss aus Krottenbach bei Nürnberg hat 1886 in Mühlheim bedeutendes geleistet. Neben der Stadtpfarrkirche wurde er gleichzeitig zur Renovierung des Rathauses mit einbezogen. Heute bleiben uns nur noch wenige, jedoch bedeutende Arbeiten von dem Künstler und Handwerker Weiss. Neben dem „alten Schweden“ am Rathausturm noch zwei Gemälde, die ihren Platz in der Galluskirche gefunden haben. Auch der heute noch erhaltene Ölberg an der Nendinger Pfarrkirche stammt aus seiner Hand.

Stadtarchivar L. Henzler, Stifter Helmut Henninger, H.V.-Vorsitzende U. Scheunemann, Restaurator W. Karle

Schon 1954 / 56 wurde die Kirche wieder grundsätzlich renoviert und das geschaffene von Tobias Weiss gänzlich entfernt, mit Ausnahme dieser drei Engel, die glücklicherweise auf die Kirchen-bühne kamen und dort nun über 70 Jahre unbeachtet verblieben.
Am Ende überraschte Ludwig Henzler mit einer Neuentdeckung. Bei seinen Recherchen ist er über das Auffinden eines Rechnungsbelegs des Künstlers Weiss auf eine Muttergottes als Prozessions-figur gestoßen, welche schützend das Jesuskind auf ihren Armen trägt.
Im Anschluss an die Einführung von Ludwig Henzler bedankte sich Bürgermeister Kaltenbach auch im Namen von Silvia Schaible und Anna Christine Schönbrunn als ehemalige und neue Museums-leiterinnen für die hochwertigen Neuzugänge im sakralen Teil des Museums. Helmut Henninger bedankte sich für die gelungene Aufarbeitung und Restaurator Wolfgang Karle stand Rede und Antwort über seine Arbeit an den wunderschönen Figuren.
Zum Abschluss der Veranstaltung lud Helmut Henninger noch zu einem Abendessen in das Gasthaus Krone ein.

16. und 23. Februar 2025

Führung über die restaurierten Erzengel

An den Sonntagen 16. und 23. Februar gab Ludwig Führungen zu den neu restaurierten Erzengeln. Dabei ging er über die Kirchenraum- Umgestaltung im Stil des Historismus um 1886 ein. Über den Künstler Prof. Tobias Weiss der damals die Kirche neu ausmalte und die Altäre umgestaltete, sowie den Bezug von Tobias Weiss zur Beuroner Kunstschule um Desiderius Lenz. Vom gleichen Künstler stammen auch die Pläne zur Rathausbemalung in den gleichen Jahren. Am ersten Sonntag kamen 32 Interessierte und am 2. Sonntag waren es 26 Besucher.

Erzengel Gabriel
Erzengel Michael
Erzengel Raphael

03. März 2025

Rosenmontag

Erstmals trafen sich am diesjährigen Rosenmontag Morgen die “Sagt er“- Mannen im Vorderen Schloss. Dafür übernahm der Heimatverein e.V. die Organisation und die Verpflegung mit Getränken.
Für den Nachmittags-Umzug organisierte Christoph Heieis wieder eine lustige Heimatvereins- Clown- Gruppe.

03. April 2025

Stadtführung Engen mit Wolfgang Kramer

>> Engen, Tengen, Blumenfeld sind die schönsten Städt` der Welt.
Doch wär Aach nicht auch dabei, wär` es nichts mit allen drei <<

Zu einer Führung durch die schmucke Engener Altstadt lud Wolfgang Kramer, ehemaliger Kreisarchivar der Landkreise Konstanz und Tuttlingen den Heimatverein Mühlheim e.V. ein. Am Bahnhof in Engen angekommen, führte uns Wolfgang Kramer nach einem kurzen, steilen Anstieg hinauf in den alten Stadtgarten auf einer Anhöhe gegenüber der Altstadt. Ähnlich wie Mühlheim im frühen Mittelalter um die Galluskirche die Altstadt entstand, wurde das Alte Dorf Engen unten im Tal in fränkischer Zeit um die Martinskirche von den Herren von Hewen errichtet, in der sie auch ihre erste Grablege hatten. Doch leider musste hier die Martinskirche im 19. Jahrhundert der Eisenbahnlinie weichen. Wo vor 1823 das Stockacher Tor stand, ging`s wieder die breite Vorstadtstraße, die schon im Mittelalter als breite Marktstraße angelegt wurde, leicht bergab und die Hauptstraße hoch zur Stadtkirche St. Maria Himmelfahrt, deren romanisches Tympanon, eine Kreuzigungsgruppe um 1250, über dem Hauptportal besondere Beachtung erhielt. Beim Eintreten in die Kirche fallen einem die dominierenden hellen Barockmalereinen auf, wenngleich die Raumschale mit ihren wuchtigen Pfeilern die Romanik erkennen lässt. Kramer wies auch auf die drei Teufel hin, die auf der rechten Seite im Weltgerichtsfresko der Chorbogenwand, die in die Tiefe gestoßenen Seelen einfangen. Bei einem Rundgang fand der Martinsaltar, der aus zwei verschiedenen Altären der ehemaligen Martinskirche zusammengesetzt war, durch die feinen Renaissancemalereinen besondere Beachtung. An der Chorostwand fiel das dominierende Mariae Himmelfahrtsbild ins Auge und der heute benutzte Altar ist eine Kopie des ehemaligen Tischaltars aus der alten Martinskirche, erklärte uns Kramer. Das Original befindet sich im Stadtmuseum. Im rechten Seitenschiff der Kirche ging Kramer auf die Epitaphe ein, die die Geschichte der verschiedenen Ortsherren von Engen widerspiegelt. Im Gegensatz zu Mühlheim, wo seit 1409 bis zum Ende der alten Ordnung nur eine Herrschaft das Sagen hatte, wechselten in Engen die Besitzer immer wieder. Nach den Gründern von Engen, den Herren von Hewen, ging die Stadt 1404 in den Besitz der Landgrafen von Lupfen. Das Epitaph des Sigmund v. Lupfen ist eines der schönsten. Mit diesem Sigmund II. v. Lupfen erfuhren wir, begann der Bauernkrieg von Stühlingen aus, wo das herrschaftliche Schloss derer von Lupfen stand, und somit auch im Hegau, weil diese Bauern sich weigerten leere Schneckenhäuser für die Gräfin zu sammeln, damit ihre Mägde darauf Garn spinnen konnten. Aber auch über die Pappenheimer, deren Epitaph mit Konrad und seiner evangelischen Gemahlin sich daneben befindet, erfuhren wir Geschichten die heute kaum noch zu verstehen sind. Auch die Fürstenberger sind mit Grabmälern vertreten. Nach dem Verlassen der Kirche galt dem nicht weit entfernten Rathaus der Besuch. Dort angekommen wurden wir von Marlies Lux in einer Alten Engener Tracht mit Radhaube, überrascht.

Stadtführer Wolfgang Kramer und Marlies Lux vom Engener Trachtenverein, im Hintergrund das Engener Rathaus

Diese Tradition aus der Mitte des 18. Jahrhunderts wird bis heute gepflegt, die Tracht wird bei Besuchen in den Partnerstädten getragen. Martina Blaschka (Kulturwissenschaftlerin Kleindenkmale) empfing die Gruppe im historischen Ratssaal. Dort gab es Getränke und einen kleinen Imbiss. Über den beiden Türen waren die Leitsprüche der Ratsherren zu lesen: „Wer avf Got hart, der wirt wol bewart“ und „Her Got bewar den ersamen Rat vor groser Gefar“. Neben barocken Bildern von Conrad Zoll und Wegscheider fand ein wertvoller Ofen Beachtung dessen Unterteil aus Gusseisenplatten und der obere Teil aus graphitiertem Ton bestehen. Das Trauzimmer gleich neben dem Ratssaal ist mit Engener Szenen des Konstanzer Malers Hans Sauerbruch im modernen Stil der Nachkriegszeit geschmückt. Nur ein paar Schritte entfernt des Rathauses gelangten wir an den Marktplatz, der höchsten Stelle des Bergrückens, wo einst die mittelalterliche Burg der Herren von Engen stand, die später ihre Burg auf dem Hohenhewen errichteten und sich nach diesem Berg benannten. Beherrscht wird der Platz von stattlichen Häusern wie dem viergeschossigen ehemaligen Gasthof Adler mit rekonstruierten Renaissancemalereien oder der „Pappenheimer“. Auch erfuhren wir interessantes über den alten Postweg der seit 1650 von Innsbruck nach Brüssel hier vorbeiführte, wo ein Brief für diese Strecke 4 ½ Tage brauchte. Der Weg zum Krenkinger Schloss führte uns südwärts die Hauptstraße runter, die ihren heutigen Charakter erst nach dem großen Brand von 1911 erhielt, dem 35 Häuser zum Opfer fielen. Schöne Auslegerschilde, wie z.B. am ehemaligen Gasthaus Ochsen geben dem Straßenbild sein besonderes Flair. Über das aus der Stauferzeit um 1200 entstandene Krenkinger Schloss erfuhren wir so manches aus der Geschichte, das dann im 20. Jahrhundert zum badischen Bezirksamt und als Landratsamt mit ein paar Beamten diente. Die Klostergasse hoch, am Sebastiansbrunnen vorbei, gelangten wir zum ehemaligen Klostergebäude St. Wolfgang. Um 1300 entstand das Gebäude als Niederlassung der so genannten Beginen, einer Frauengemeinschaft die nach einer Ordensregel lebten, ohne ein Gelübde abzulegen. Heute ist darin das Städtische Museum Engen + Galerie untergebracht. Über die Sammlungsgasse gelangten wir wieder vorbei an der Stadtkirche Maria Himmelfahrt, dann die Peterstraße runter zum Parkplatz. Zum Ausklang der Stadtführung hatten wir im “Hegaustern“ den Abschluss reserviert. An der Stadtführung nahmen insgesamt 18 Personen des Heimatvereins teil.

12. April 2025

Gestaltung der Osterbrunnen

Pünktlich zum Palmsonntag gestaltete der Heimatverein wieder unter der Leitung von Ursula Scheunemann die beiden Osterbrunnen in Mühlheims Städtle, am Rathaus und an der Kirche. Nach der Corona- Pandemie übernahm der Heimatverein Mühlheim e.V. dieser schöne Brauch, Mühlheims Städtlebrunnen in ein österliches Gewand zu hüllen. Inzwischen hat sich dafür eine eingespielte Gruppe von ungefähr 10 Personen zusammengefunden. 1991 hat Pfarrer Anton Merkt dieser schöne Brauch, der ursprünglich aus der fränkischen Schweiz stammt, in Mühlheim als einen der ersten Orte unserer Gegend, eingeführt.

26. Mai 2025

Aufgrabung eines Schachtes der Teuchelleitung Brunnenstube

Zu einer Führung des Kreisgeschichtsvereins, die Stadtarchivar Ludwig Henzler am 6. 6. 2025 zur Brunnenstube mit Ablaufen der Teuchelleitung mit ihren 23 Schächten gibt, trafen sich 5 Mitglieder des Heimatvereins am 26. Mai, um einen der Schächte wieder frei zu graben.

06. Juni 2025

Bewirtung beim Stetten- Turnier

Den Freitagabend, 6. Juni unterstützte der Heimatverein mit einer Gruppe von 6 Personen die Bewirtung im Festzelt auf dem Ettenberg beim Stetten- Turnier des VFL am Grill und zur Ausgabe von Pommes.

15. Juni 2025

Ausstellung “Antiquitäten – Raritäten – Kuriositäten“

Zu einer Art “Wunderkammer“ hat der Heimatverein die diesjährige Sommerausstellung “Antiquitäten – Raritäten – Kuriositäten“ zusammengestellt. Von den ausgestellten Exponaten stammte der größte Teil aus unserem Depot, aber auch aus Privatbesitz. Ludwig Henzler, der maßgeblich an der Zusammenstellung beteiligt war, gab an diesem Eröffnungs-Sonntag zwei Führungen. Ein Vogelkäfig der früher in vielen Haushalten anzutreffen war, als das Fernsehen noch nicht zur Unterhaltung beitrug, wurde im Eingangsbereich aufgestellt.

Wer kannte den “Engländer“, der in jedem Haushalt unersetzlich war, oder die “Lichtputzschere“, mit der man den Kerzendocht der früher viel verwendeten Kerzen zurückschneiden konnte, damit sie nicht rußten. Ein Kreuz aus Mühlheimer Marmor erinnert an den Versuch von Pfarrer Dörr um 1880 an der Felsenhalde Marmor abzubauen. Bleisoldaten, eine Geißenkette, Abzeichen mit Mühlheimer Motiven aus den 70er Jahren zu den damaligen Volksmärschen und eine Pfeife mit Bild von Heinrich Leibinger waren in der ersten Vitrine ausgestellt. Neben den Aufzeichnungen des in Stetten geborenen Pfarrers Lorenz Lang war aus Privatbesitz eine Schreinerholzschachtel mit Trickverschluss von 1930 zu bewundern. Ein Unikat stellt auch die Monstranzuhr dar, die zur besonderen Stimmung vor eine brennende Kerze gestellt werden konnte. Exakte Halterungen für Stickarbeiten stellten die beiden Tierfiguren eines Vogels und eines Fisches dar, an denen gleichzeitig auch die Auflage eines Nadelkissens angebracht ist.
Der lange Tisch wurde in der Art eines Wimmel-Durcheinander kurioser Exponate gestaltet. Beginnend mit einer Strickmaschine aus der Nachkriegszeit, einer Spätzlepresse vor den 1960er Jahren, eine Mühle zur Herstellung von Farbpulver aus Mineralien von ca. 1880, und einer sogenannten Schweizer Express-Waschkugel, also eine von Hand betriebene Miniwaschmaschine von 1971, sowie weiteres altes Haushaltsgeschirr. Ein Gasbrenner für das Anzünden des Glühkopfes am alten Lanz- Bulldog aus dem Enzberger Schloss um den Treibstoff zu verdampfen. Mit ihm konnte man aber auch eingefrorene Wasserleitungen auftauen. Auch etliche Waagen, von der einfachen historischen Waage von vor 1900, über eine Krämerwaage aus dem vorigen Jahrhundert bis hin zu einer Apothekerwaage mit feinen Gewichten waren zu entdecken. Der “Charlottenburger“ ist ein bedrucktes Tuch in das die Wandergesellen für die “Walz“ ihre Habselig-keiten in das Tuch schnürten. Das Tuch wurde auf dem Stock getragen. Von Freiherr Konrad von Enzberg (+1956) stammt das Reise-Necessaire aus den 1920er Jahren. Für kalte Füße gab es extra einen Fußwärme-Schemel-Koffer den man mit einer Flasche heißem Wasser füllen konnte. Auch ein Telefon das noch mit einer Wählscheibe zu bedienen war. Anfang der 1980er Jahre wurde die Scheibe durch Tasten ersetzt. Die Schaltuhr daneben hat ab 1901 die erste Straßenbeleuchtung im Städtle geschaltet. Sie wurde 1966 demontiert. Das Türschloss auf Eichenholz stammt laut mündlicher Überlieferung vom ehemaligen Pfarrhaus auf dem Welschenberg, das nach 1812 abgebrochen wurde. Es ist ca. 270 Jahre alt. Das alte Würfelspiel “Die Rheinreise“ das der Verlag J. W. Spear & Söhne in Nürnberg kurz nach 1900 auf den Markt brachte, diente gleichzeitig auch als Lernspiel für Jugendliche.

Die gusseiserne Halterung einer Taschenuhr erinnert an deutsche Burgenromantik vor 1900. Auch ein Hebammen-Koffer der letzten Mühlheimer Hebamme Amalie Pfeiffer wurde ausgestellt. Das Nick-Negerlein-Opferkässle aus der Stadtpfarrkirche hatte Stadtpfarrer Rheinweiler vor den Nazis versteckt. Ein zweites haben die damaligen Ordens-schwestern in ihrer übergroßen Ängstlichkeit vor den Nazis, auf deren Anweisung hin, 1939 zerstört. Der Inhalt darin wurde eingezogen. Das Hochzeitsbild vor 1900 zeigt Theodor Lang mit seiner Braut Magdalena Bischofberger. Ein Souvenir-Wandteller ist durch eine Postkarte mit einer Ansicht auf Mühlheim vom Ettenberg her (nach 1900) gestaltet, als zeige sich Mühlheim durch eine Barockgartenanlage. In zwei Vitrinen waren verschiedene Ehrenabzeichen Mühlheimer Bürger aus den 70er und den beiden Weltkriegen ausgestellt. Die Mutter-Ehrenkreuze in Bronze, Silber und Gold richteten sich in der NS- Zeit nach der Anzahl der Kinder die eine Mutter gebar. Über 8 Kinder gab es Gold. Eine Ehrenurkunde des Ring- und Stemmclubs Mühlheim erhielt Karl Leibinger von der mittleren Mühle 1913 beim 7. Gaufest des Schwarzwaldgaus. Das Originale Mühlheimer Spinnrad aus der Zeit vor 1850 wurde erst vor ein paar Jahren dem Museum übergeben. Mit der Flachshechel wurde bündelweise das Flachs durch die Hechel gezogen und dabei das Flachs weiter aufgefasert. Die Ski daneben stammen aus der Mühlheimer Ski-Werkstätte Franz Buhl, der zusammen mit dem Maler Paul Otto Schweißinger im Jahre 1930 eine Skifertigung aufgebaut hat. Dem mittelalterlichen Wandschrank aus Holz mit spitzem Abschluss oben sieht man das Alter an. Er war in der Stadtmauer, Hintere Straße 16 eingemauert, in ihm wurden besondere Sachen aufbewahrt. Zu weiteren hier nicht aufgeführten Stücken wären noch etliche alte Fotos Mühlheimer Ansichten und Personen zu nennen.

Zur Ausstellungseröffnung am Sonntag den 15. Juni gab es zum leiblichen Wohl auch Kaffee und Kuchen.

19. Juni 2025

Fronleichnam – Aufstellen des Altars am Vorderen Schloss

Auch in diesem Jahr stellte der Heimatverein den spätbarocken Fronleichnamsaltar am Portal des Vorderen Schlosses wieder auf. In stundenlanger Arbeit gestalteten Ursula Scheunemann und Beate Krämer dazu einen Blumenteppich in Verbindung mit gefärbtem Sand, der das Pelikanmotiv (Sinnbild für die aufopfernde Liebe Christi) zeigte. Der Altar blieb den ganzen Tag stehen und konnte auch von Tagesgästen bis zum Abend besichtigt werden.

07. August 2025

Führung – Dreißigjähriger Krieg

Wie schon letztes Jahr gab Christoph Heieis wieder die Führung zum Dreißigjährigen Krieg in der ersten Ferienwoche, der unvorstellbares Leid über Mühlheim und das ganze Land gebracht hat. Von den Gräueln jener Zeit geben uns die Aufzeichnungen eines Augenzeugen, Bartholomä Kindlers, Bürgers und Hufschmieds in Mühlheim, beredtes Zeugnis. Kindler schrieb mit zitternder Hand in schlichten Worten mit kaum lesbarer Schrift seine Wahrnehmungen in das Stadtprotokoll mit dem Bemerken, dass er wegen seiner geringen Befähigung und der Größe des Elends nicht imstande sei, seine Erlebnisse genau beschreiben zu können, aber von dem was er miterlebt, etwas weniges zum bleibenden Andenken mit dem Wunsche verzeichnen wolle, dass Gott der Allmächtige den Ort vor solch entsetzlichen Qualen künftig gnädigst beschützen möge.
(aus 500 Jahre Haus Enzberg, 1909)
Der Führung folgten 11 Personen.

19. August 2025

Gässle-Führung mit Anekdoten aus dem Alltag

Am Dienstag den 19. August lud der Heimatverein zu einer Stadtführung besonderen Art. Rund 100 Interessierte waren gekommen um sich Neues und Altbekanntes erzählen zu lassen. Nach einer Begrüßung am Haus von Stadtarchivar Ludwig Henzler ging es mit ihm durch die verwinkelten Gassen. Geschichten rund um die Bürgersleute von Mühlheim sowie der ehemaligen Handwerker-häuser wurden lebendig. Henzler führte durch engste Durchgänge und Feuergassen, die teilweise nur 38 Zentimeter in ihrer Breite messen. Viele Gässle tragen noch heute ihre alten Namen. Die beiden Schwätzweiber die ihn begleiteten, wussten so manche “Gässle- Gschicht“ von Bränden, Nachtruhestörer, Raufbolden und dem Polizeidiener der für Ordnung sorgen musste. Welcher Bürger hat bei der Maikäferplage im Jahre 1916 zehn Liter Maikäfer gesammelt, und dafür eine Mark bekommen? Und wer schoss auf die Hennen der Sprenger- Agathe? Ein Stettener der mit Knallerbsen der ledigen Emilie Wahl das Auge verletzte und der furchtbare Brand vom 15. Juni 1895, bei dem das Rathaus unbeschadet davonkam. Welche Burschen bekamen am 11. Mai 1912 für das Rauchen während der Bittprozession eine gehörige Strafe vom Polizeidiener? Dies und mehr erfuhr die stattliche Gruppe die sich eng an eng durch die Gässle schlängelte.

Ludwig mit den beiden Schwätzweiber

20. August 2025

Ferienspaß – Backen im Backhaus in Buchheim

Der Heimatverein hat dieses Jahr beim Ferienspaß den Kindern das Angebot gemacht, ihr eigenes Brot zu backen. Dabei durften die 15 Kinder nicht nur den Teig für Brot kneten, sondern lernten auch wie sie Brezeln und Pizza herstellen. Zum Abschluss gab es dann noch Stockbrot mit süßer Füllung.
Die Kinder waren mit großer Freude dabei und haben einen Teil ihrer Leckereien sofort vor Ort verspeist und die Brote für die Familie daheim fürs Abendbrot mitgenommen.

Ferienspaß-Team: Christoph, Tanja und Martina, in der Mitte die Leiterin vom Backhaus

 26. August 2025

Führung – Geschichte der Mühlheimer Wirtshäuser

Der Heimatverein Mühlheim setzte mit der Führung zur “Geschichte der Mühlheimer Wirtschaften“, die Serie der Stadtführungen in der Ferienzeit fort. Interessierte Teilnehmer und viele Familien begaben sich auf einen Rundgang durch die Geschichte der Wirtshäuser in der historischen Oberstadt. Ob Gasthäuser, Branntweinschenken oder die eigene enzbergische Brauerei, in Mühlheim waren es in der mehr als 1200 jährigen Stadtgeschichte fast konstant 8 Wirtshäuser die immer gut besucht waren. Das gesellschaftliche Leben spielte sich an den Stammtischen ab und die Mühlheimer Wirte gehörten mitunter zu den reichsten Bürger der Stadt. Schildwirtschaften boten im späten Mittelalter auch für Wanderer, Pilger und Durchreisende Unterkunft und Einstellmöglichkeit der Rösser oder damaligen Verkehrsmittel. Ein gehobenes Maß an warmen Speisen, Getränken und Futterplatz für die Tiere war verpflichtend. Zogen die Gäste wieder zum Stadttor hinaus gab es laut Überlieferungen immer lobenswerte Worte zur Gast-freundschaft im malerischen Städtle. Ursula Scheunemann und Christoph Heieis konnten dank einer reichhaltigen Dokumentation aus dem Stadtarchiv eine Menge zu den damaligen Begebenheiten in den Wirtshäusern und an den Stammtischen erzählen.

So befindet sich die Krone heute bereits in der 3. Generation und betrieb sogar bis in das Jahr 1944 eine kleine Tankstelle. Im Rössle befand sich ein Tanzsaal mit Baar der besonders an der Fasnet für das närrische Volk zur Hochburg wurde. Das ehemalige “Regele- Marie- Haus“ ist heute mit dem “Bistro Stadttor“ ein wichtiger und moderner Stammtischtreff und im Traditionsgasthaus “Hirsch“ entstand eine Pizzeria wo man sich inmitten der Vorderen Gasse zum gemeinsamen Essen und Trinken trifft.

Die ehemalige Metzge der Oberstadt ist heute ein “Id Verpackt“- Laden mit gemütlichem Café und Backwaren. Mit dem Aufblühen des Mühlheimer Vereinsleben gab es mit den Vereinshäusern weitere wichtige Treffpunkte für das gesellige Leben. Es gingen schon die Straßenlichter an, als die über 100 Personen große Zuhörergruppe in der Halde vor dem ehemaligen “Rappen“ stand, um die letzten Informationen zur Mühlheimer Wirtshausgeschichte zu erfahren.

04. September 2025

Klassische Stadtführung durch die Oberstadt

Am Donnerstag den 4. September um 19.00 Uhr gab der Heimatverein die letzte der Ferien- Stadtführungen. Stadtarchivar Ludwig Henzler hat die klassische Stadtführung in verschiedene Bereiche eingeteilt und begann bei strömenden Regen am Torplatz mit dem Thema “Schulen“. In seinen Ausführungen erinnerte er auch an das Schulwunder von 1705 als der neben der Schule, die sich neben dem oberen Tor befand, von dem daneben stehenden von den Franzosen ausge-brannten Schlagturm auf die Schule stürzte. Die Glocke der Stadtkirche läutete gerade zur Wandlung und die Kinder beteten die Wandlungsgebete zusammen mit dem Lehrer Nestel als sich das Unglück ereignete. Doch keines der Kinder wurde dabei getötet oder auch nur verletzt. Die Geschichte des Lehrers Aigeltinger der die Schulkinder in seiner eigenen Wohnung unterrichtete, aber das Holz das er fürs Heizen bekam lieber verkaufte und die Kinder in der kalten Stube unterrichteten ließ, brachte manchen Zuhörer zum Schmunzeln. 1845 wurde das erste Schulhaus außerhalb des Tores gebaut, darin später die Raiffeisenbank und eine Zahnarztpraxis einzog mit einem Dachreiter und einer Glocke. 1901 wurde wieder ein neues Schulhaus im sogenannten Schlossgarten unter den Linden gebaut. Der Bauplatz wurde von den Freiherren von Enzberg ertauscht. Nach dem 2. Weltkrieg baute man dann 1954 die Ettenbergschule mit 3 großen Schulsälen.
Henzler erzählt auch über die schwere wirtschaftliche Lage in der sich die Bürger von Mühlheim befanden und die sich um 1820 zunehmend verschlechterte. Der Fuhrlohn in der Oberstadt stieg von Jahr zu Jahr und die Löhne derer die Pferde hielten wurde nach Belieben gesteigert so dass man sich den Fuhrdienst kaum mehr leisten konnte. Nach und nach musste Ackerland und Feld von den Mühlheimer Eigentümer an die Bürger von Stetten verkauft werden um Löhne und Abgaben bezahlen zu können. Auch aus den Aufschrieben des Stadtarchivs zu den Viehzählungen ergab sich ein Rückgang der Kleinviehhaltung in den Häusern der Mühlheimer Oberstadt. Trugen diese Tiere vom allem Ziegen (Guassa) aber auch Schweine und Hühner doch wesentlich zur täglichen Nahrungsversorgung und zur Existenz bei.

Wegen dem schlechten Wetter machte sich dann die Gruppe direkt auf den Weg hinunter in die Sebastianskapelle an der Alten Steig. In der besonders ausgeleuchteten Kapelle durch Armin Buschle begrüßten Nadine Buschle an der Harfe und Maria Buschle mit der Geige die eintretenden Teilnehmer mit stimmungsvoller Musik im besonderen Ambiente zum Entspannen und Genießen. Das Kleinod der Mühlheimer Oberstadt ist dem Ehepaar Henzler eine Herzensangelegenheit und so berichtet der Archivar eindrücklich über die Entstehungsgeschichte der einstigen Pestkapelle, das damalige Gelübde der Bürgerschaft und die sakralen Kunstgegenstände wie die geschichtlich bedeutenden Totenschilder aus dem 17. Jahrhundert. Zu einem romantischen Abschluss spielte das Musikerinnen- Duo das Lied “Der Mond ist aufgegangen“, wozu alle Anwesenden Texte zu diesem Lied bekamen und mit einstimmen konnten.
Trotz des regnerischen Wetters war auch diese letzte Ferienführung des Heimatvereins sehr gut besucht.

14. September 2025

Tag des Offenen Denkmals – Wert-voll: unbezahlbar oder unersetzlich

Das Obere Stadttor, das als einziges der ursprünglichen Vier-Tore-Anlage noch erhaltene Tor der Mühlheimer Oberstadt, prägt das Stadtbild seit der Erbauungszeit der Stadt um 1200. Die noch erhaltene Tordurchfahrt mit Spitzbogen und Buckelsteinquader sowie dem Torhaus wird derzeit grundlegend saniert. Der Heimatverein nahm dies zum Anlass, das “Tor“ und seine Geschichte am diesjährigen Denkmaltag hervorzuheben. Stadtarchivar Ludwig Henzler und Projektleiter Gottlieb Riedinger gaben ab 13.30 Uhr über die Geschichte der Toranlage in Verbindung mit einer Begehung umfassende Informationen. Auch das Torhaus stand zur Besichtigung offen. Ergänzend konnte im Museum Vorderes Schloss eine vom Heimatverein zusammengestellte Ausstellung zur Geschichte dieses Oberen Tores besucht werden. Eine Besonderheit der Ausstellung stellten die Original-Skizzen und Maßzeichnungen von Prof. Alois Leibinger (1880 – 1967) zur Toranlage dar. Dazu gab`s Kaffee und Kuchen. Die Veranstaltung war mit 60 Gästen gut besucht.

18. Oktober 2025

Thomasmarkt

Auch am diesjährigen traditionellen Thomasmarkt am Samstag den 18. Oktober beteiligte sich der Heimatverein wieder mit einem Stand. Wir boten Rote Grillwürste mit Brot, Pommes und Waffeln an, sowie auch Getränke.

08. November 2025

Fahrt nach Steinhilben

Am Samstagnachmittag, 08. 11. 2025 hat sich eine kleine Gruppe von 15 Personen zu einer Exkursion nach Steinhilben bei Trochtelfingen zusammengefunden. Ziel in Steinhilben war die St. Pankratiuskirche, in der noch heute bedeutende Teile, des im wesentlich noch original erhaltenen ehemaligen Mühlheimer Hochaltars, befinden. Stadtarchivar Ludwig Henzler konnte die Figur “Christus der Gute Hirte“, die im Besitz des Heimatvereins Mühlheim erhalten ist, als ehemaliger Bestandteil des Altars, nach alten Fotos ausfindig machen.
Zur Geschichte des Altars:
1759 errichtete Johann Jakob Schwarzmann, ein Vorarlberger Stukkator, für die kurz zuvor vergrößerte Wallfahrtskirche “Maria Hilf“ auf dem Welschenberg neue Hochaltaraufbauten als Viersäulenhochaltar in Stuckmarmor. Dass der Altar bei der anschließenden Weihe der Kirche am 1. Juli 1762 keine Erwähnung fand lag daran, dass der Stipes des Altars, also der Altartisch schon erhalten war und früher schon geweiht wurde. Im Zentrum des Altars befand sich das Gnadenbild “Maria Hilf“ umrahmt von einem prächtigen Silberrahmen, umgeben von vier Stuckmarmorsäulen.
Nach der Auflösung der Wallfahrt durch König Friedrich I. von Württemberg im Sommer 1811 kam der Altar 1813 in die erst 17 Jahre vorher neu erbaute Stadtpfarrkirche St. Maria Magdalena. Anstelle des Gnadenbildes wurde das noch aus der alten Kirche stammende gotische Triumphkreuz zwischen die Säulen gestellt.
Bei der großen Renovation der Stadtpfarrkirche unter Pfarrer Heinrich Dörr 1886 durch Professor Tobias Weiss, der das Kircheninnere im historistischen Stil umwandelte, wurde auch der Hochaltar verändert. Die Säulen wurden quadratisch in einem Viereck auf erhöhten Postamenten aufgestellt und das Architrav über den Säulen zu einem Baldachin umgestaltet. Über die vorderen Säulen wurden die beiden Erzengel Gabriel und Raphael platziert. Das Triumphkreuz wurde in der Mitte des flachen Chorbogens aufgehängt wie es der Stil des Historismus verlangt. Für den Hochaltar malte Prof. Tobias Weiss ein neues Altarbild das eine Kreuzesszene darstellt, umtrauert von Maria, Johannes und der Patronin der Kirche, Maria Magdalena. Ihr wurde der Altar dann auch geweiht. Der frei stehende Altartisch mitsamt dem Tabernakelaufbau und der besonders im Barock neu aufgekommenen Expositionsnische über dem Tabernakel zur Aussetzung der Monstranz für eucharistische Anbetungen, wurde im großen und ganzen nicht verändert, und ist heute noch in Steinhilben erhalten. Für diese Expositur, wenn die Monstranz nicht eingestellt ist, fertigte Tobias Weiss eine Skulptur des Guten Hirten, die heute noch im Besitz des Heimatvereins Mühlheim erhalten blieb.
Nach dem Krieg übernahm 1952 der modern gesinnte Stadtpfarrer Anton Schaupp die Mühlheimer Pfarrstelle. Nach vier Jahren im Amt ließ er den gesamten Innenraum der Kirche modernisieren und so passte der Säulenhochaltar nicht mehr und wurde mit so manch anderem liebgewordenen Ausstattungsstück entfernt. Der Sigmaringer Restaurator Joseph Lorch bekam 1956 dafür die Leitung, den Kirchenraum im Stile der sogenannten Nachkriegsmoderne umzugestalten. Ein Jahr später bekam Josef Lorch den Auftrag auch die St. Pankratiuskirche in Steinhilben zu renovieren. Im Unterschied zu Mühlheim sollte er die Steinhilber Kirche nicht im modernen Stil, sondern wieder in den barocken Stil umzugestalten, und so fand er im ehemaligen Mühlheimer Hochaltar das passende Stück für einen barocken Hochaltar. Der Altartisch mitsamt dem Tabernakelaufbau wurde nicht wesentlich verändert, nur der Tabernakel selbst wurde von der Firma Mauch in Rottenburg neu dazugekauft. Der Preis für die vier großen Stuckmarmorsäulen samt der Altar-verkleidung und zwei Puttis lag bei 3 000 DM. Die beiden Puttis dürften noch von Maria Hilf auf dem Welschenberg von Franz Anton Korb stammen, da der damalige Altarbauer Johann Jakob Schwarzmann nur in Stuck arbeitete und nicht in Holz. Korb aber für kleinere Arbeiten an dem Altar auf dem Welschenberg genannt wird.
(aus: Kirchengeschichte Mühlheim, Wikipedia Steinhilben, Maria Hilf von Horst-Dieter von Enzberg)

Ludwig nahm unsere Figur des Guten Hirten zu dem Ausflug nach Steinhilben mit und für ein paar Minuten konnte die Tabernakelpartie mitsamt der Expositionsnische darüber wieder in die Zeit von 1886 bis 1956 zurück versetzt werden. Die mitgereisten interessierten Heimatvereinsfreunde konnten sich davon überzeugen, dass unsere Figur einmal zu diesem Altar gehörte. Auf dem Rückweg kam auch das kulinarische nicht zu kurz und bei einer Einkehr in Sigmaringen hat man in Karls Hotel noch leckeren Kuchen und Kaffee genossen.

13. November 2025

Vortrag im Bürgerhaus Stetten
„80 Jahre Ende Zweiter Weltkrieg in Mühlheim“

80 Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges durch den Einmarsch französischer Truppen in Mühlheim und Stetten hat der eindrückliche Vortrag von Stadtarchivar Ludwig Henzler im Schulterschluss mit der Stadtverwaltung Mühlheim und dem heimatverein Mühlheim e. V. an eine dunkle Zeit voller Angst, Sorgen und Entbehrungen erinnert.
Nach den einleitenden Worten von Bürgermeister Jörg Kaltenbach gibt Ludwig Henzler im Bürgerhaus in Stetten Einblicke in die damalige Zeit:
Am 21. April 1945 haben die Franzosen die Donau bei Mühlheim überquert. Um 11.17 Uhr vormittags war die Stadt besetzt – so hieß es im französischen Heeresbericht.
Der damalige Stadtpfarrer Rheinweiler schrieb in sein Tagebuch:
„Am Samstag, 21. April vormittags kamen die Franzosen die Kolbinger Steige herab. Um 11.17 vormittags war Mühlheim von französ. Panzern besetzt – ohne jegliche Zerstörung, ohne Verteidigung, ohne Schuß, keine Fensterscheibe, kein Dachziegel wurde zertrümmert, kein Menschenleben vernichtet. 150 schwere Panzer samt Fahrzeuge standen in den Straßen unseres Städtchens. Der Volkssturmführer der hiesigen Kompagnie, Hauptlehrer Schmitt (Hauptmann) verweigerte den von Ortsgruppenleiter begrüßten u. von Nazigeneral, der in Tuttlingen saß, gegebenen Befehl die Donaubrücke zu sprengen, den Volkssturm zu bewaffnen u. bei Annäherung der feindl. Panzer zu schießen. Doch was hätte solcher Widerstand genützt! Mühlheim wäre innerhalb weniger Minuten ein brennender Trümmerhaufen geworden mit vielen Toten. Der Ortsgruppenleiter drohte jedem Ungehorsam mit Aufhängenlassen zu bestrafen. Der schnelle Vorstoß der Panzer machte dem Streit ein Ende. Unterstützt wurde Schmitt von Ludwig Leibinger, Sohn des Fabrikanten Karl Leibinger. Es waren freilich bange Minuten, bis die Panzer die Erlösung brachten vom tyrannischen Nazi – Joch!“
Archivalien erzählen über das Zusammenleben mit der Besatzungsmacht in Mühlheim und Stetten und zeigen eine ungeordnete Zeit in der es immer wieder zu Spannungen kam. Armin Buschle veranschaulicht die Beiträge mit Bildmaterial. Henzler geht in seinen fundierten Recherchen auch auf die Zeit nach dem März 1946 ein, in der ein neuer Gouverneur namens Jean Lucien Estrade als Kreisbeauftragter der französischen Militärregierung für den Kreis eingesetzt wurde und das politische und wirtschaftliche Leben in geordnete Bahnen brachte.
In der Zeit von unzureichender Nahrungs- und Lebensmittelversorgung erfuhr die Bevölkerung durch Schülerspeisungen und Pakete aus Amerika humanitäre Hilfe und Solidarität. Manches Kind hatte das Glück mit dem “Kinderzug“ in die Schweiz fahren zu dürfen.
Eine weitere wichtige Quelle für diesen Vortrag waren Zeitzeugeninterviews. In zahlreichen Gesprächen hat der Heimatverein persönliche Erfahrungen und Erinnerungen der damaligen Kriegskinder festgehalten und an diesem Abend darüber berichtet. Erfreulicherweise konnten zwei der ältesten Zeitzeugen mit Geburtsjahr 1935 im Bürgerhaus mit dabei sein.

14. Dezember 2025

Bewirtung beim Konzert der Stadtkapelle

Am Sonntag den 14. Dezember übernahm der Heimatverein die Bewirtung beim Abschluss-Konzert der Stadtkapelle Mühlheim, im Rahmen der Jubiläumsveranstaltungen zu 100 Jahre Stadtkapelle Mühlheim, in der Festhalle. Mit 9 Personen konnten wir für das leibliche Wohl zu der Veranstaltung beitragen.

Erweiterte Sammlung für das Museum

Die Sammlungen im Museum Oberes Donautal Vorderes Schloss Mühlheim konnten im vergangenen Jahr um weitere Objekte ergänzt werden. Dazu gehören unter anderem ein Bild aus dem Nachlass Josef Alfons Wirth (1887 – 1916), sowie das Kriegstagebuch des Mühlheimer Künstlers der im Ersten Weltkrieg gefallen ist.
Desweiteren erhielten wir einige besondere Exemplare aus dem Hause Enzberg. Diese wurden uns von Familie Schüssler (USA) überlassen.

Im Dezember 2025

Protokollführer zum Jahresbericht: Franz Herrmann
Vereinsvorsitzende: Ursula Scheunemann